Wie wollen wir in der 3. Lebensphase leben? Herausforderungen, Optionen und politische Antworten

Gemeinsam mit dem OV Asperg hat der OV Kornwestheim am 21.01. die Veranstaltung „Leben und Wohnen in der dritten Lebensphase“ organisiert und ausgerichtet. Mit ca. 40 Teilnehmenden war die Veranstaltung im Galerieversammlungssaal im Kleihues-Bau gut besucht. Auf dem Podium diskutierten Praxis, Politik und Wissenschaft über Fragen, Herausforderungen und Lösungsansätze für den demographischen Wandel, den Karin Lakotta (Vorständin OV Asperg und Kreisrätin) anhand von Zahlen und Daten zu Beginn der Veranstaltung eindrücklich belegte. Mit Simone Fischer (MdB, pflegepolitische Sprecherin von Bündnis 90/die Grünen) hatten wir eine sachkundige und engagierte Expertin auf dem Podium, die den Zusammenhang zwischen der Pflegepolitik auf Bundes- und der Landesebene sehr gut deutlich machen und Fragen zur Finanzierung der Pflegeversicherung aus Sicht der Grünen beantworten konnte. Sie sprach sich u.a. dafür aus, sich frühzeitig um das Leben und Wohnen in der 3. Lebensphase zu kümmern, um ausreichend Zeit zu haben, das jeweils Passende für sich zu finden. Hilfreich für entsprechende Entscheidungen sind z.B. Community Health Nurses, die in den Gemeinden auf Menschen zugehen und sie beraten können. Silke Gericke (MdL und Landtagskandidatin für den Landkreis Ludwigsburg) machte deutlich, worin der Zusammenhang zwischen Wohnen, Mobilität und Leben im höheren Lebensalter liegt und dass diese drei Aspekte immer zusammen gedacht und angegangen werden müssen.

Beide Politikerinnen machten auf die Programme und Strategien des Sozialministeriums (z.B. Quartier 2030) aufmerksam. Die Perspektive der Menschen in der dritten Lebensphase brachte Bianca Jahnke-Oppold (Kreisgeschäftsführerin Bündnis 90/die Grünen) in die Diskussion mit ein, die im Rahmen ihrer Dissertation ältere Menschen interviewt und nach ihren Wünschen zu Begegnungsorten und Lebensräumen befragt. Mit fundierter Fachkenntnis überzeugte Dr. Beate Radzey, die sich seit Jahren mit der Planung und Umsetzung von Sorgenden Gemeinschaften, Quartiersentwicklungsprojekten und Ambulant betreuten Pflegewohngemeinschaften befasst. Auch ihre Einblicke in Lösungsansätze anderer Länder war für alle interessant und lehrreich. Aus ihren konkreten Erfahrungen und Erkenntnissen als Pflegerische Leiterin bei der Vielfalt Leben GmbH in Gerlingen mit zwei Ambulant betreuten Pflege-WGs berichtete Ulla Schaich. Durch ihren Einblick in das Leben in einer Pflege-WG wurde diese Lebens- und Wohnform für alle lebendig und erfahrbar. Sie plädierte für mehr Eigeninitiative und bürgerschaftliches Engagement.
Die vielfältigen Fragen, die rege Beteiligung des Publikums und der Austausch nach Ende der Podiumsdiskussion zwischen Referentinnen, den anwesenden Gemeinderät*innen und den Teilnehmenden zeigten, wie hochaktuell das Thema in den Kommunen und für die Menschen ist. Deutlich wurde u.a. der Bedarf, als Bürger*in besser über Angebote der Unterstützung, Vernetzungs- und Fördermöglichkeiten informiert zu werden.
Weitere Veranstaltungen zu diesem Thema werden zeitnah folgen...